Bei
mir ist ein vereiterter Zahn festgestellt worden und mein Zahnarzt
will mich zum Operieren überweisen. Kann ich die Operation
vermeiden?
In der Regel kann eine Operation durch
eine sorgfältige Sterilisation
des Wurzelkanals und eine dichte Wurzelfüllung in 98 % der
Fälle vermieden werden. Die Ausheilung der Entzündung
dauert, je nach Größe, ein halbes Jahr bis zu sechs
Jahren.
Ich habe einen unteren Backenzahn, der vor einem halben Jahr in
der Türkei eine Wurzelbehandlung bekam. Jetzt ist es dick
geworden und aufgeschnitten worden. Mein Zahnarzt will entweder
ziehen oder operieren lassen. Gibt es andere Möglichkeiten?
Grundsätzlich besteht die Möglichkeit der so genannten
Revision. Dabei wird die alte Wurzelfüllung entfernt. Es werden
evtl. übersehene Wurzelkanäle behandelt und gefüllt.
Zu kurz behandelte Wurzelkanäle werden bis zur korrekten Länge
behandelt. Wenn diese Maßnahmen misslingen, kann immer
noch eine Operation durchgeführt werden.
Treten nach der Wurzelbehandlung Schmerzen auf?
Seit August 2002 führen wir nach Wurzelbehandlungen ein Schmerzprotokoll.
In 81,13 % werden nach der Wurzelbehandlung keine Schmerzen angegeben.
5,66 % haben einen Tag Schmerzen; 2,83 % zwei Tage; 6,60 % drei
Tage; jeweils 0,94 % der Patienten geben vier Tage, fünf Tage,
sechs und sieben Tage an. Länger als sieben Tage wurde noch
nie angegeben. In diesen Fällen war es, bis auf zwei Ausnahmen
möglich, die Schmerzen durch Gabe von Aspirin, Paracetamol,
Novalgin oder Ibuprofen
zu beherrschen.
Ich bin wegen einer Wurzelbehandlung jetzt zum 3.mal bei meiner
Zahnärztin. Jedesmal wird im Wurzelkanal gebohrt und ein Medikament
eingelegt. Immer wieder treten Schmerzen auf. Wie oft muß ich
noch eine Medikamenteneinlage bekommen, bis die Schmerzen weg sind
und wie viele Sitzungen sind zum bis zum Abschluß der Behandlung
nötig?
Abhängig von der Behandlungsphilosophie, werden 1-3 Medikamenteneinlagen
durchgeführt. Zu unserer Behandlungsphilosophie gehören
keine Medikamenteneinlagen ( außer bei akuten Notfallbehandlungen).
Wir schließen generell unsere Wurzelbehandlungen in einer
einzigen Sitzung ab.
Werden Wurzelbehandlungen von der Kasse bezahlt?
Seit Anfang 2004 sind Wurzelbehandlungen zu Lasten der gesetzlichen
Krankenkassen stark eingeschränkt worden. Wegen des hohen
apparativen Aufwandes und des umfangreichen Materialverbrauchs
dingen wir Leistungen und Materialien ab, die die Leistungen der
gesetzlichen Krankenkassen überschreiten. Je nach Anzahl der
behandelten Wurzelkanäle werden Kosten zwischen € 194.-
bis € 596.- in Rechnung gestellt.
Ich bin privat versichert. Übernimmt meine Versicherung die
Kosten der Wurzelbehandlung?
Die GOZ, die private Gebührenordnung für Zahnärzte,
ist seit 1988 (21 Jahre lang) nicht mehr an die gestiegenen Kosten angepaßt worden. Deshalb vereinbaren wir mit privat Versicherten
eine so genannte § 2 Abdingung. Das bedeutet für Sie,
daß, wenn in Ihrem Vertrag eine Erstattung über den
3,5-fach Faktor ausgeschlossen ist, Sie im schlimmsten Fall Kosten
von ca. € 400.- selbst übernehmen müssen.
Wie sind die Erfolgsaussichten bei der Behandlung eines vereiterten
Zahnes?
Ich habe in der DZW (Deutsche Zahnarzt Woche) 19/02 eine Dokumentation über
749 Wurzelkanäle an 402 Zähnen bei 349 Patienten veröffentlicht.
Danach liegen die Erfolgsaussichten bei „vereiterten Zähnen“ bei
einer Erfolgswahrscheinlichkeit von knapp 98 %. Diese Dokumentation
umfaßte einen Zeitraum von 9 Jahren (1992-2000).
Inzwischen sind wir bei einem Überwachungszeitraum von 16
Jahren; dokumentiert sind 2543 Wurzelkanäle; die Erfolgsrate
bleibt konstant, mit leichter Tendenz zu 98,4%.
Was versteht man unter einer Reimplantation?
Bei einer Reimplantation wird der Zahn vorsichtig gezogen. Anschließend
werden die Wurzelkanäle in der Hand behandelt. Danach wird
der Zahn wieder in sein Knochenfach gesetzt. In der Regel wächst
der Zahn innerhalb von 6 Wochen wieder an. Allerdings ist die Erfolgsrate
bei einer solchen Maßnahme nur bei ca. 60 % anzusetzen.
Zahnwurzelkappung und jetzt Ziehen?
Bei mir wurde vor ca. 11/2 Jahren eine
Wurzelbehandlung gemacht. Der Zahn war nie richtig ohne Schmerzen.
Dann sagte meine Zahnärztin es wäre eine Fistel da und schickte mich
zum Kieferchirurgen. Der hat ein Kappung gemacht und jetzt ist die
Fistel wieder da.
Diesen Zahn zu ziehen sollte
die letzte Möglichkeit sein!
Es
sollte geprüft werden, ob alle Wurzelkanäle entdeckt und behandelt
sind, ob die Wurzelfüllung(en) dicht sind. Dafür ist in der Regel
keine neue Operation nötig.
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